Der Suchmaschinenmarkt im Jahre 2003:
Suchmaschinenoptimierer erkannten und mißbrauchten die Schwächen von Marktführer Google

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  • Der Markt der Suchmaschinen wurde wie in den vorangegangenen Jahren auch 2003 wieder von Google mit einem Marktanteil von mehr als 70 Prozent dominiert. War Google aber in den vergangenen Jahren ein Musterbeispiel für Schnelligkeit, relevante Suchergebnisse und unaufdringliche bis fehlende Werbung, gingen diese Merkmale im Jahre 2003 immer mehr verloren.

  • Bei weiter steigendem Marktanteil wurde eine immer stärkere kommerzielle Ausrichtung erkennbar - wie einst bei den Suchmaschinen, die Google vor Jahren vom Markt verdrängte.

  • Die Relevanz der Suchergebnisse litt unter der sogenannten Suchmaschinenoptimierung zahlreicher Seitenbetreiber und einem monopolisierenden Rankingsystem. Vor allem private Webseiten wurden dadurch zu Gunsten ihrer kommerziellen Konkurrenz immer weiter zurückgedrängt.

    Die höchste Relevanz hatten zum Jahresende 2003 bei Google im allgemeinen amtliche bzw. staatliche Webseiten (soweit für das Thema halbwegs zutreffend), gefolgt von gewerblichen Webseiten (v.a. Webshops, Auktionshäuser und Immobilienmakler). Dabei spielte der Zusammenhang zum gesuchten Thema nur noch eine untergeordnete Rolle, da es sich in vielen Fällen um "Brückenseiten" handelte.

    Brückenseiten werden von sogenannten "Suchmaschinenoptimierern" (SEOs) erstellt, um den Suchmaschinen andere Inhalte präsentieren zu können als dem Menschen. Diese Seiten sind entweder leer oder mit aneinandergereihten Stichwörtern gefüllt. Der normale User bekommt mit den üblichen Browsereinstellungen die Brückenseiten nie zu sehen, weil er nach deren Aufruf sofort zu einer anderen Seite weitergeleitet wird. Er wird sich höchstens über den völlig unerwarteten Inhalt wundern.

  • Das alles ist natürlich nur zu Ihrem - des Internetnutzers - Besten gedacht. Gerade kommerzielle Seitenbetreiber und deren Helfer wissen doch ganz genau, was gut für den Menschen ist. Nie käme jemals einer von ihnen auf die Idee, Sie zu betrügen.

  • Die Suchmaschine Google geriet auf Grund ihrer marktbeherrschenden Position ganz besonders ins Blickfeld dieser ehrenwerten Berufsgruppe.
    Das spezielle Google-Ranking ermöglichte es zudem, mit Hilfe von zehntausenden extra für diesen Zweck geschaffenen und untereinander verlinkten Domains eine Popularität vorzutäuschen, die nie existierte. Das Ergebnis waren - wie bereits eingangs erwähnt - viele inhaltslose Seiten auf den vorderen Plätzen.

    Unabhängige Webseiten und solche, welche auf diese Form des Marketings verzichteten, konnten sich bei Google meist nur in kommerziell unattraktiven Nischenmärkten behaupten.

  • Neben den normalen Suchergebnissen wurde im Jahre 2003 bei Google immer mehr Werbung präsentiert. Der einstige Glanz von Google begann langsam zu verblassen.
    Wie zur Bestätigung dunkler Vorahnungen kündigte Google dann auch noch einen Börsengang für das Jahr 2004 an.

  • Im Gegenzug konnten zahlreiche andere Suchmaschinen im Jahre 2003 deutliche technologische Fortschritte verzeichnen.
    Sowohl alteingesessene als auch völlig neue Suchdienste experimentierten fast unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit und rüsteten sich so für die Zukunft. Viele der "alten" Namen boten zum Jahresende 2003 bereits bessere Suchergebnisse als der Markführer.

  • Im Jahr 2004 ist dennoch keine große Veränderung auf dem Suchmaschinenmarkt zu erwarten. Noch hält Google seine Spitzenposition - aber werden die Karten im Hintergrund bereits neu gemischt?

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